Am Mittwoch, dem 17.06.2026 ist es nach einer langen Zeit der Vorbereitungen endlich soweit: um 16:30 Uhr lösen wir die Leinen und brechen auf. Mit schwacher Brise aus Nordwest und etwas Motorunterstützung im Fahrwasser geht es von Stralsund aus an Barhöft und Darßer Ort vorbei gen Westen in die Nacht. Die wird leider etwas ungemütlich, es frischt auf 25 kn aus West auf und wir müssen gegen ein unangenehme, kurze Welle kreuzen. Noch ist alles ungewohnt, die Dunkelheit, die Geräusche, die Bewegungen des Schiffes.



Am nächsten Tag nimmt der Wind ab sodass wir schon am Vormittag die kleinere Fock gegen die Genua tauschen. Mit leichten Winden aus West/Südwest schaffen wir es bis zum Abend nördlich Fehmarn. Es wird eine ruhige Nacht.



Am Freitag Morgen nähern wir uns schließlich der Kieler Förde. Kurz vor unserem Ziel sehen wir Schweinswale. Um 12:30 Uhr erreichen wir Laboe. Wir waren 44 Stunden unterwegs. Hier bleiben wir den folgenden Tag und treffen liebe Freunde aus Hamburg. Wir verbringen mit Ihnen zwei wunderbare Abende. Es gibt so viel zu erzählen. Wir verkabeln unsere Solarpaneele und sind nun energietechnisch gut aufgestellt.


Am Sonntag geht es morgens nach einem rührenden Abschied für uns weiter in Richtung Kiel. In Holtenau schleusen wir in den Nord-Ostsee-Kanal. Wir sind beeindruckt von den riesigen Schifen die sich hier auf engstem Raum begegnen und von der Schwebebrücke in Rendsburg. Wir motoren bis zu einem kleinen Seitenkanal des NOK, dem Gieselaukanal. Hier gibt es einen kleinen, aber gut besuchten Anleger im idyllischen Nirgendwo. Wir vertreten uns die Beine und gehen früh schlafen, am nächsten Morgen brechen wir schon um 4 Uhr auf und erreichen um 9:30 Uhr die Schleuse Brunsbüttel. Nach kurzer Wartezeit dürfen wir einfahren und werden kurz darauf in die Elbe entlassen. Das ablaufende Wasser nimmt uns mit und trägt uns mit mehr als 9 kn über Grund nach Cuxhaven.





In Cuxhaven stocken wir unsere Vorräte auf und schauen uns die Hafenanlagen und das ehemalige Feuerschiff ELBE 1 an.



Am Dienstag morgen um 9 Uhr verlassen wir bei ablaufendem Wasser Cuxhaven und nehmen Kurs auf Deutschlands einzige Hochseeinsel – Helgoland. Auch heute lässt der Wind im Laufe des Tages deutlich nach und für die letzten Meilen bemühen wir die Maschine bevor die Tide kentert. Um 16:30 Uhr liegen wir als zweites Boot im Päckchen und brechen zu einer Wanderung über den Klippenrandweg auf, vorbei an den Brutkolonien der Lummen und Basstölpel bis zu Langen Anna.





Bei der Brutkolonie der Basstölpel herrscht ein unglaublicher Lärm und eine unempfindliche Nase sollte man auch haben.

Mit der Inselfähre WITTE KLIFF setzen wir am Mittwoch über zur Nachbarinsel Düne. Wir möchten gerne Kegelrobben und Seehunde sehen, haben aber leider kein Glück. Wir werden aber mit einem fast menschenleeren, endlosen Südstrand und einem fantastischen Blick auf Helgolands Klippen belohnt.



Als wir wieder zurück sind füllen wir unseren Dieseltank und 100 Liter in Reservekanistern auf und legen ab in Richtung westfriesische Inseln.

